Mensch & KI im Coaching

27.03.2025 | Sabine Langrock

Konkurrenz oder kraftvolles Duo?

Dein Coachee nimmt an einem KI-Pilot teil und wird parallel zum Coachingprozess mit dir auch den Bot Nadia nutzen können. Mein erster Gedanke beim Lesen dieser Mail von bettercoach: Na toll, jetzt konkurriere ich mit einer KI.

Der zweite Gedanke: Was bedeutet das eigentlich für mich? KI-Nadia soll meinen Coachee zwischen unseren Terminen begleiten. Fragen stellen, bei Reflexionen helfen, immer erreichbar sein. So weit, so gut.

Mehrere Perspektiven für meinen Coachee

In meinen Coachings biete ich meinen Coachees verschiedene Hypothesen und Wirklichkeitsperspektiven an. Jetzt kommt mit Nadia eine weitere "Realitätenkellnerin" dazu. Werden wir uns ergänzen oder entstehen Widersprüche, die meinen Coachee verwirren? Und worin wird eigentlich der Mehrwert von Nadia bestehen? Ist es ihre Verfügbarkeit rund um die Uhr? Oder ihre Fähigkeit, in Sekundenschnelle immer neue Fragen und Impulse zu generieren?

Vielleicht führt die Kombination mit der KI auch zu neuen Möglichkeiten? Wenn mein Coachee bestimmte Gedanken schon mit Nadia vorsortiert hat, könnten wir in den Sitzungen direkter zu den wesentlichen Punkten kommen. Doch vielleicht entsteht dadurch auch ein blinder Fleck?

Was keine KI erfassen kann

Es sind oft die feinen Nuancen, die den Unterschied machen. Die leichte Anspannung in der Stimme. Die veränderte Körperhaltung bei heiklen Themen. Die Energie, wenn wir auf die Frage hinter der Frage stoßen. Meine Intuition und das Gespür für den richtigen Moment basieren auf Erfahrung, Empathie und meiner ganzheitlichen Wahrnehmung. Kann ein Algorithmus das auch? Wohl kaum.

Das besondere Zusammenspiel

Genau wie Nadia stelle ich Fragen und reflektiere Gesagtes. KI kann Muster erkennen und kluge Ratschläge liefern, doch ich reagiere auch auf das Ungesagte, passe mich dem Rhythmus und der Energie meines Gegenübers an. Ich spüre, wann ein Moment der Stille wichtiger ist als die nächste Frage. Ich merke, wenn hinter einer rational klingenden Antwort eine emotionale Blockade liegt. Ich visualisiere und nutze die Kraft der Bilder. Und ich beziehe den Körper in meine Arbeit mit ein: durch Aufstellungen, Embodiment oder Achtsamkeitsübungen.

Coaching lebt von Mitgefühl und Verbindung

Die Gewissheit, dass ein echtes Gegenüber Anteil nimmt und wirklich präsent ist, macht einen entscheidenden Unterschied. Menschen spüren intuitiv, ob ihr Gegenüber in Resonanz geht oder nur analytisch passende Antworten generiert. Das Vertrauen und der sichere Raum, der zwischen zwei Menschen entstehen kann, ermöglichen - hoffentlich - eine tiefere Entwicklung als die Interaktion zwischen Mensch und KI.

Ich bin neugierig auf das Experiment. Denn vermutlich liegt die Zukunft des Coachings weder ausschließlich bei uns Menschen noch bei der KI, sondern im klugen Zusammenspiel beider Welten, bei dem jeder Part seine einzigartigen Stärken einbringt.

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